Ginsbert auf der Jobmesse

Schmier, ein gerissener Verkaufssklave auf der anderen Seite des Schalters, war Ginsbert zutiefst zuwider. Mit einem verschmitzten Grinsen erklärte er gierigen Blickes, daß alles ein Produkt sei. Ginsbert nahm einen weiteren Schluck des schalen Heißgetränks, welches von einer großnasigen Assistentin dargereicht worden war. Schmier war indes von seinem speckbelederten Barhocker aufgestanden, und hampelte gestikulierend um den Pappaufsteller einer typischen Anzugsperson herum, welche mit roten Textkästen finanzielle Unabhängigkeit versprach. Warum nicht die Gelegenheit beim Schopfe packen? Warum nicht jetzt! Glücklich und reich werden?

Schmier redete sich in Rage. Seine dunkelblaue Anzugsjacke hatte er rückwärts über den Kopf gestülpt, bei seinem Verkaufsgespräch zog er die Knie bis zum Bauch und stampfte derart um den Plastiktresen und Ginsbert herum, der zwar schon befremdlicheres gesehen hatte, aber noch nicht auf einer renommierten Jobmesse. Alles ist ein Produkt! Schmier roch an der tropfenden Zierpalme. Alles ist ein Produkt! Schmier zerrte seine Assistentin an den Haaren bis auf wenige Zentimeter vor Ginsberts Gesicht. Alles ist ein Produkt! Schamanenhaft grinsend kniete er sich breitbeinig hin und griff sich in den Schritt. Ginsbert reichte der zornig auf ihren Chef hinabstarrenden jungen Frau den halbvollen Becher zurück, und ging hinüber zu einem Stand an dem es umsonst Lollys gab.


(von Georg Szwillus)