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Angeln im Wald
Der Frosch schaute Ginsbert neidisch an. Eine leckere Fliege nach der nächsten verschwand in Ginsberts Maul. Eigentlich war Ginsbert zum Angeln in den Wald gegangen an den alten Stinkeweiher, aber nachdem er die Dose mit den Ködern geöffnet hatte und ihm der verführerische Geruch in die Nüstern gestiegen war, beschloß er ein kleines Picknick zu machen. Den Frosch lockte er mit einer Fliege zu sich heran und verspeiste beide sofort und roh.
„Hey Sie!“ rief da ein zorniger Wandersmann, „kommen Sie da raus! Das ist verboten!“ Unglaublicherweise gehorchte Ginsbert den Anweisungen des schlanken Hünen und verbrachte die nächste Stunde damit gemeinsam durch den Wald zu schlendern, freilich ohne Erlaubnis des braunäugigen Griechen. Keck versteckte er sich hinter den schmalen Birken am Wegesrand und lugte dem verführerisch schmunzelnden Bastard hinterher. Drehte dieser sich um, hüpfte Ginsbert forsch lächelnd in ein Dornengestrüpp im Unterholz und gab sich unsichtbar. Bald traf der wandernde Mann ein sittsam grell gekleidetes Weibsstück und plauderte mit ihr über die Vorzüge reiner Muttermilch. Die Blondine erzürnte nicht schlecht, als Ginsbert ihr zwei Hände voll Laubmorast aus dem Bachlauf über die Schulter in den Ausschnitt goß. Hurtig entwich er dann den garstigen Verwünschungen des Braunäugigen durch Ohrenzuhalten. Dieser umgarnte einstweilen das sonnenhelle Monstrum mit einem Tempotaschentuch tittenputzend. Visuell nahm Ginsbert abseits stehend dann wahr, wie sich Frau und Mann schlammig übereinander hermachten, was Ginsbert arg enttäuschte. Erst jetzt bemerkte er den Einkaufswagen, wahrscheinlich der Frau gehörend gefüllt mit allerlei praller Leckerei. Boshaft hustend entwendete der Raffgierige das metallene Gefährt und opferte den Inhalt alttestamentarischen Göttinnen zwecks Läuterung.