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Teil VI: Der Traum
Elias steht vor einem weißen Haus mit freundlich wirkenden Fenstern und einer geöffneten Tür. Vorsichtig bewegt er sich durch den kleinen Vorgarten auf die Tür zu und sieht seine Frau. Lächelnd steht sie dort, als warte sie schon länger, sie hat ihre kleine Tochter auf dem Arm. Über der Tür ist ein Banner angebracht, das ihn zu Hause herzlich willkommen heißt. Er tritt ein. Durch den großzügigen Flur kommt er in ein helles Wohnzimmer, in dem er viele Gesichter erkennt. Arbeitskollegen und Freunde von der Universität. Alle von früher. Zwei Männer, die er in Schultagen kennengelernt hatte, die sich jedoch heute sehr verändert hatten. Eine Frau, die ihn anlächelt. Sie alle halten Gläser in der Hand und prosten ihm zu und werfen Elias aufmunternte Blicke zu. Sie scheinen eine Rede zu erwarten, doch statt dessen lächelt er sie nur schief an. Er beginnt, sich zu konzentrieren. Statt Worten strömt ein Gefühl von Angespanntheit und Aufmerksamkeit in seinen Kopf, er bringt es nur zu nervösen Handbewegungen. Mühsam kann er die Hände davon abhalten, wild an seinen Haaren zu reißen. Es ist zum Auswachsen: Er kann nur die Tics wiederholen, die er in sich in der langen Einsamkeit antrainiert hatte. Unruhig streicht er mit seinen Fingerkuppen über die Haut seiner Wangen; dann vom Kinn an mit beiden Händen abwärts, so als juckte ihn dort etwas. Eigentlich suchte er seinen Puls, doch er bemerkte etwas vollkommen Anderes am Hals. Er versuchte sich möglichst unauffällig dort abzutasten und bemerkt eine Erhebung, direkt neben der Hauptschlagader. Er lächelt verstört in die Runde und verabschiedet sich winkend zur Toilette.
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Im Spiegel sieht Elias nichts, er spült sein Gesicht mit Wasser und ist sich sicher, dass es die Anspannung des Moments gewesen sein musste. Er öffnet die Tür des Badezimmers und muss mit einem Mal mit Ansehen, wie seine Tochter mit zwei der Gästen im Gästezimmer verschwindet. Es trifft Elias wie einen Schlag. Genau diese Szene hatte er doch schon einmal gesehen. Auf einmal geht alles schnell. Den Sohn kann er, beim Öffnen der Tür auf der dortigen Couch sitzen sehen. Seine Frau sammelt von den beiden Erwachsenen im Zimmer Geld ein. Trotz eines extrem schlechten Gefühls im Magen tut Elias für den Moment so, als hätte er nichts gesehen und bittet seine Gäste, das Hause zu verlassen; es ginge ihm nicht besonders gut. Kurz nachdem der letzte Gast schließlich gegangen ist, beginnt die Frau die Kinder zu duschen und zu baden. Bevor sie damit begonnen hat, hat Elias sie dabei beobachtet, wie sie das Geld in eine versteckte Schatulle gepackt hat. Es ist in ihrem Kleiderschrank versteckt. Als er den Deckel der Schatulle hebt, gefriert ihm das Blut in den Adern. Es ist ein kleines Vermögen in dem Kästchen zu sehen. Elias geht ins Badezimmer und drückt seinen Jungen in der Badewanne unter Wasser, redet ihm dabei gut zu. Er kann nicht anders, als seine Tochter von ihrem Leid zu befreien. Die Frau kommt ins Bad, es gibt ein Gerangel. Elias ist kein Sportler, doch die Verachtung für ihre Taten setzt unterbewußt offensichtlich Riesenkräfte frei. Sie fliegt mit dem Hinterkopf gegen das Porzellan des Klos, hat eine blutende Wunde. In dem Moment kommt das zweite Kinde herein. Elias nimmt es auf den Arm und drückt es ohne zu zögern in der Badewanne unter Wasser. Tränen strömen über sein Gesicht. Um seine Frau kann er sich noch nicht kümmern.