27/05 2008

Kyllandrologie im Spiegel der Kulturen I: Wikinger

Bereits die Wikinger hatten, ähnlich wie die meisten Menschen heutzutage, keine Ahnung von Kyllandrologie. Ihre Langhäuser richteten sie instinktiv gemäß einer Graphentheorie aus, die im Nachhinein nur als dubios bezeichnet werden kann. Es zeigt sich hier ein gewisser Hang zur Romantisierung dieser bärtigen Barbaren. Charakteristisch scheint mir außerdem die Verwendung von Honigwein (Met) bei feuchtfröhlichen Anlässen zu sein, die im Nachhinein nur als orgial bezeichnet werden können. Messreihen haben ergeben, daß keinerlei Zusammenhang zwischen der Menge des konsumierten branntweinhaltigen Getränks und der Fahrtüchtigkeit der mordlustigen Piratenkapitäne bestand, zumal die verwendeten Holzschiffe häufig das Hafenbecken, sofern vorhanden, nicht verließen. Warum also der gegenwärtige Hype um die parawissenschaftlichen Schriften Erik Slørkelånds? Wahrscheinlich hängt es mit den offensichtlichen Parallelen zur Mayakultur Mittelamerikas zusammen, welche findige Wissenschaftler auf die Spuren des schwedischen Grabräubers Slørkelånd gebracht haben. Dieser war bekanntlich von 1153 bis Sommer 1167 in italienischen Mausoleen unterwegs und verkaufte die gestohlenen Gebeine zu Pulver zerrieben in Nubien an ahnungslose Stammespriester. Vergleicht man nun die Sternenkonstellationen am Südhimmel aus dieser Zeit mit Verbreitungsmustern der Hokkohuhnherden Mittelamerikas, so ist der Grad der Inkongruenz selbst für Laien verblüffend. Woher wußte Slørkelånd von diesen Vögeln, und was genau faszinierte ihn am Sternenhimmel? Viele Forscher vermuten jetzt, daß eine geheime Liebschaft des Schweden die Antwort auf diese Fragen bieten könnte. Im Januar 1152 auf einer verschneiten Schäreninsel traf der damals zwanzigjährige die hochschwangere Ilfgunda und versorgte sie mit Nahrungsmitteln und Alkohol, um diese schwierige Zeit zu überstehen. Die Geburt war wohl kräfteraubend und blutig, aber erfolgreich. Liebevoll verkaufte Slørkelånd später das Bastardkind an eine lokale Fischerfamilie, und verbrachte wilde Nächte mit Ilfgunda vor dem Kaminfeuer des Wirtshauses. Nicht nur dieses nymphomanische Treiben, welches auffällige Parallelen mit dem Werdegang des wohl bekanntesten gegenwärtigen Kyllandrologen Dr. Spykostris aufweist, hat kyllandrologische Forscher aufhorchen lassen. Denn drei Tage später wurde die Geliebte mit Würgemalen übersät tot unter dem Eis des Dorfweihers hervorgezogen. Slørkelånd hatte die Insel in der Nacht verlassen und war auf dem Weg nach Neapel.

Wie man an diesem kurzen Beispiel sehen kann, sind bereits in mittelalterlichen Zeiten bedenkliche Warnhinweise auf kyllandrologische Machenschaften auszumachen. Auch heute noch sind Schweden und Dänemark Hochburgen dieses esoterisch allumfassenden Forschungszweiges: die Schriften Børkmanns und Gunnarsons alleine füllen ganze Bibliotheken, was freilich nicht über die mangelnde Qualität dieses skandinavischen Literaturschundes hinwegtäuschen sollte.




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