09/12 2011

Griechenlandhilfe

Kaum ein paar Stunden später wäre das Ende vielleicht unaufhaltsam gewesen, doch unter den gegebenen Umständen - die Wände waren voller regimekritischer Grafittis - sollte man lieber davon reden, welche Hoffnungen auf einen Neuanfang in dieser sich anbahnenden Katastrophe verborgen liegen mussten. Die Griechen hatten wahrscheinlich schon zinseszinsliche Schulden gemacht, da wurde von den germanischen Sippen noch bloßer Tauschhandel betrieben, der auf seine ganz eigene Art auch etwas sehr trauriges in sich trug. Wer hätte gedacht, dass die schwachen Pflänzchen, diese prügelsüchtigen Barbaren, einmal in der Lage sein würden, dem stolzen Denkersvolk eine Lektion nach der nächsten zu erteilen? Besser noch, wer hätte jemals gedacht, mit welch selbstkritischer Demut solche Anmaßungen dankbar und friedfertig angenommen würden. Nicht von der Bevölkerung, aber doch zumindest von den geldgierigen Fratzköppen, welche die Akropolis als ihr Eigentum zu betrachten vorgaben. Keiner hätte wohl damit gerechnet, dass es ausgerechnet die bärtigen Witzbolde sein würden, mit ihrem fermentierten Getreidetrunk, die den fein und edel ausgestalteten Hellenen ihre Würde zu nehmen trachteten. Aber vergessen wir nicht den Ouzo, dieses feurige Nationalgetränk, dass unbesoffen besser schmeckt als so manche Reinigungsmilch. Denn nicht allein die Hybris der einen, auch die Nachlässigkeit und traurig bleierne Unbeholfenheit der anderen, macht aus einem glitzernden Juwel schnell einen mit Wandfarbe verzierten Kieselstein. Das gilt nicht nur für den schwarzgrauen Schnäuzer sondern genauso gut auch für den blonden Vollbart, der sich zottig und mit Suppenresten verklebt über heimischen Anzugkrägen kräuselt.