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Was ist Glück für Dich? (Vanilla Sky)
Warum eigentlich nicht? Warum sollte man diese Frage nicht einfach beantworten können? Ein erster Versuch, nicht mehr: Glück ist meistens nur durch die Abwesenheit von Etwas zu finden. Gilt der Satz, dass wir immer wünschen, was wir nicht haben? Dann gilt das erst Recht für Glück. Es wäre durchaus zu überlegen; denn was wäre, wenn Glück da ist? Und, auch das ist interessant, gibt es verschiedene Glücke?
Das scheint des Rätsels Lösung und schon entwirren sich die emotionalen Drehungen in gekonnter kognitiver Relativierung. Gibt es ein Teilglück, so kann ich es fühlen, denn glücklich war ich schon.
Gibt es Teilglücke, dann gibt es auch ein Ganzglück? Nein, so wird es nicht funktionieren, der alte eleatische Fehler. Das Glück besteht nicht aus einzelnen Teilglücken oder kleinen Glücken. Es gibt so etwas wie richtiges Glück nicht.
Wir können einen Verweis wahrnehmen, auf das große Glück. Genau dieses aber begegnet uns nur in kleinen Portionen, nie in seiner Gänze. Und gerade deswegen ist es so schwer zu sagen, was Glück ist. Ein Moment kann voll Glück sein, ein Leben wird es nie sein. Wie sagt Brian im Film? „Du weißt nur, wie süß die süße Seite der Liebe ist, wenn Du die bittere kennst.“ Die Unterschiede können wir wahrnehmen, aber Glück ist positiv nicht unendlich steigerbar, es ist nicht zum totalen Glück steigerbar, dafür brauchen wir die bitteren Stunden.
Wenn ich sagen müsste, was Glück für mich ist, dann ist es wohl das Gefühl, dass ich es noch bemerke. Dass es Dinge in meinem Leben gibt, Momente und Ereignisse, in denen ich genau dieses Etwas bemerke, glücklich bin. Die Differenz zur Bitterkeit ist dann überwunden im Moment, man kann sich im Glück fallen lassen und sich an ihm freuen. Das ist nicht zu überbieten, aber es ist auch gar nicht nötig, das nächste mal wird es nur anders sein, es wird unerwartet sein.
Man darf nur nicht zulassen, alles in den Momenten der Bitterkeit fallen zu lassen. Es ist möglich, zu verbittern, ist es möglich zu verglücken? Deswegen muss man aufpassen; die Momente des Glücks für sich stehen lassen und sich ab und zu mit einem Lächeln erinnern. Dann wird man vielleicht merken, dass es nicht mehr gibt, wahrscheinlich aber auch, dass es nicht mehr braucht. Der kleine Verweis aufs große Glück, diese kurzen Momente sind es, nannte ich sie eben noch relativiert? Relativierend ist richtiger. Sie setzen alles wieder in den Bezug zueinander, der mich vor dem Verbittern bewahrt.
„Glück ist für mich, jetzt, in diesem Moment, hier neben Dir zu sitzen.“ Das ist für mich eine gute Antwort.
(Karl Szwillus)
Einmal sagte jemand zu mir: Je mehr man über sich und die Welt nachdenkt, desto weniger glücklich ist man, aber das Leben wird wertvoller.
Dieser Satz schwirrt mir heute noch manchmal im Kopf herum, da ich häufig auf irgendeine Weise nach wahrem Glück suche.
Meine Gedanken dazu sind selbst für mich oft schwer zu fassen. Glück hat für mich sehr viel damit zu tun, wahrhaftigen Menschen zu begegnen. Dadurch kann ich sehr wertvolle Erfahrungen sammeln, die mich glücklich machen. Mein Verständnis für andere und mich selbst baut sich aus und man wird im wahrsten Sinne des Wortes selbstbewusster, sich seiner selbst und in seiner Empathiefähigkeit in Bezug auf andere. Mein Leben fühlt sich dann häufig erfüllter an, schließlich leben wir recht lange und wollen uns erfüllt fühlen- für mich ist das Glück. Das kann ich dann auch als eine gewisse Konstante erfassen, die nicht immer auf Momente bezogen ist, in denen man sich gut fühlt. Auch wenn man immer sagt, man lebe sehr kurz. Für mich ist es oft sehr beeindruckend, wie lange es doch sein kann, wenn man seine Zeit in dieser Welt als echte Entwicklungsmöglichkeit wahrnimmt und zumindest versucht, nach dieser Chance zu greifen. Dann merke ich auch oft, dass Glück- wie die Liebe- jeden Tag harte Arbeit ist. Aber mir scheint, dass man auf der Suche nach Sicherheit und Geborgenheit diesen Punkt aus der Schwäche seiner selbst heraus gelegentlich vergisst.