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Monolog für zwei Personen
Das Telefon klingelte und bereits an der Rufnummer im Display konnte sie erkennen, dass er es war, der anrief. Sie ließ das Telefon zunächst handeln, wie der Anrufer es wünschte. Es klingelte, klingelte erneut und sie stierte auf die Nummer, als könne sie allein dadurch eine Änderung bewirken. Sie war bescheiden, ein kleiner Zahlendreher wäre ihr genug Motivation gewesen, den Hörer abzuheben. So ließ sie es zunächst weiter geschehen, dass diese Nummer das Klingeln hervorrief. Es war nicht die Nummer an sich, aber das wusste sie auch. Im Allgemeinen hegte sie kein Misstrauen gegen einzelne Ziffern oder eine Kombination derselben. Ein weiteres Klingeln ließ ihr klar werden, dass der Anrufer es ernst zu meinen schien. Viermal hätte nicht gereicht, das wäre nicht wirklich bedeutungsvoll gewesen. Sie stellte sich, untermalt von dem elektrischen Signalton, ihr Leben vor: Sie hier neben dem Telefon und den Rest des Lebens würde es klingeln. Sie könnte aus dem Haus gehen, wiederkommen und es wäre da. So wie er es gewesen war. Sie lächelte bei der Vorstellung, er sei nicht mehr als eine Nummer in ihrem Display und ein tinnitusverdächtiges Klingeln. Es war kein zynisches Lächeln, wieder klingelte es, es war ihr durchaus ernst damit. Ein schöner Zustand. Das nächste Klingeln machte sie wütend und in ihr begann der Plan zu reifen, den Hörer in die Hand und nach einem weiteren Klingeln von der Gabel zu nehmen. Während sie so dastand, die Hand aggressiv auf dem Plastik ruhend, durcheilte die Frage seit wann Telefone eigentlich keine Gabel mehr hatten in Lichtgeschwindigkeit ihren Kopf.
„Ich habe Dir doch gesagt, Du sollst nie wieder anrufen.“