Blöde Hobbys

Es gibt Menschen, die können sich mit den absonderlichsten Dingen für viele Jahre ihres Lebens beschäftigen. Sie sammeln Cola-Flaschen aus Jamaica, Vorhäute der von ihnen kastrierten Kanichen oder einfach Briefmarken. Sie laufen zu hunderten durch Städte und zwingen Verwaltungen damit zu Absperrungen von ganzen Straßenzügen. Sie stemmen kiloschwere Eisenstangen und selbige Gewichte vor dem Spiegel auf und ab und auf und ab und auf und ab. À propos. Manche widmen sich den Beziehungen von Stundendauer, bezahlt oder nicht. BHs werden als Trophäen durch die Clique gereicht und anschließend die Unterbrustumfänge addiert, mit den Cupgrößen multipliziert und ein Gewinner ausgelobt (Anmerkung unseres Gleichstellungsbeauftragten J. Huygens: Das funktioniert geschlechtsneutral für beliebige messbare Größen). Menschen reisen durch die Welt und machen die erlebnisorientierte präsenile Nestflucht zu ihrer sog. "wahren Lebensaufgabe". Das bloße Kennenlernen primitivster Kulturen ist dann noch positiv konnotiert, weil sich der eigene Horizont so „krass erweitert“ und sei es, dass der einzig intensive Austausch mit den Krankheitserregern der Region stattgefunden hat. Dann gibt es die, die den einen Kick suchen. Nicht Menge zählt, sondern Intensität. Die perfekte Welle, Tanz auf einem Vulkan, einmal durch die Antarktis auf Sandalen. Abgedrehte Typen, die „eher für das Ego“ in einer Agentur arbeiten oder sich die Projekte aussuchen, damit sie „schnell rauskommen, wenn's gar nicht mehr geht.“ Obwohl die manchmal auch Topfpflanzen sammeln, die durch konsequente Überdüngung mit dem Erbrochenen des eigenen Nachwuchses „irgendwie total aufblühen.“ Was sie jedem erzählen, der in der Nähe ihres Eingangs ausversehen stehen bleibt. Es gibt die, die Texte wie diesen hier verfassen und solche, die andere Texte schreiben oder sie gleich verfilmen, weil sie nicht schreiben können. Dann wieder reicht es ganzen Kohorten, sich das Maul über Parksünder und die zu zerreißen, die die falsche Frau geheiratet haben.

Doch wir haben keine Strapazen gescheut und einige wirklich unsinnige Freizeitbeschäftigungen identifiziert und getestet, die noch nicht vereinsmäßig organisiert sind. Als Experten für totgeschlagene Zeit empfehlen wir zumindest denen, die noch nicht festgelegt sind, den einen oder anderen Testlauf. Über Berichte freuen wir uns selbstverständlich und veröffentlichen gerne Fotos und Erlebnisprotokolle zu unseren Serviervorschlägen für verschwendete Lebenszeit. Risiken und Nebenwirkungen bestehen in erheblichem Maße, für diese können wir keine Gewähr übernehmen.

Wirklich blöde Hobbys




1 Kommentar
Georg schrieb am 03.02.2009 14:07

Irgendwie musste ich hier an Dr. Uwe Boll denken. Der hat ein (für ihn) wirklich blödes Hobby zum "Beruf" gemacht: Zu versuchen, gute Filme zu machen

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